Thema: DARF MAN IN KUNST, KARNEVAL, SCHMUCK, THEATER USW DIE KULTUR INIGENER VÖLKER EINFACH ÜBERNEHMEN? IST

Forum: Kunstforum

Autor: GeorgeTheMerlin


GeorgeTheMerlin - 13/2/2021 um 02:46

In der Hippie Zeit war es noch "in" - neuerdings gibt es erbitterte Diskussionen, ob das Kopieren von indigener Kultur ein Kulturraub - oder sogar eine Art Alltagsrassismus sei. Nun:

Kulturelle Assimilation und Inspiration hat es doch schon zu allen Zeiten gegeben, durch die alten Handelswege. Das war durchaus kreativ, fruchtbar und hat alle weitergebracht.
Und man würde einem Indianer, der ein Auto fährt und Fernseher guckt, ja auch keinen kulturtellen Raub oder Alltagsrassismus vorwerfen.

Problem ist nur, dass unsere Kultur Lebensenergie, Chi, Prana, magische und medizinische oder kulturelle Anwendung dieser "Energie" weder wahrnehmen noch assimilieren kann. Alles was wir können ist, diese Dinge zu einem Karneval oder zu Schmuck herunter zu transformieren, ohne überhaupt zu bemerken, wie respektlos und degradierend das ist.

Es geht noch weiter: wir können nicht einmal unsere eigene Kultur mehr assimilieren, wo sie diese Dinge in der Vergangenheit hatte. Schauen wir uns alte und neue Kirchen an. Bei alten Kirchen sind die Kirchtürme Obelisken - die ähnlich wie Pyramiden wirken und nach Himmelsrichtung einjustiert werden müssen. In den Säulengängen spiegelt sich das Wissen der alten Steinkreise wieder - und die alten Kirchen sind durchaus energetisch aktiv!
Gucken wir uns die Kirchen an, die von Architekten konstruiert werden, die heute so von der Uni kommen: das ist ja vielleicht gut gemeint - und "Schmuck" von den Indianern zu kopieren ist vielleicht auch gut gemeint - aber energetisch ist da nix mehr.

Stellt euch vor, unsere Kultur wäre in der Minderheit und die Mehrheit der Indianer würde unsere Elektriztität köpieren: Fernsehgeräte im ganzen Land als Kaschperletheater. Ein Elektringenieur, der sich mit Induktivität, Halbleitereigenschaften, Kapazität usw auskennt, würde sich doch verhohnepieplt, DEGRADIERT vorkommen mit diesen Kaschperletheatern.

Und die gesellschaftliche Indianer-Mehrheit würde ihm sagen: was erzählst du da für ein weißes Eingeborenenmärchen: UHF Wellen, womit Personen von einem Studio in Köln durch die Luft fliegen, in eine Antenne gesogen werden und dann Zuhause Licht und Schallschwingungen erzeugen, die in unserem Kopf einen Krimi machen - was erzählst du da - nee, wir wissen um euren Aberglauben, mit dem sich unsere Ethnologen beschäftigen - STROM GIBT ES NICHT - und wir haben unseren Spaß mit unseren Kaschperletheatern, das ist genau DAS, was wir von euch assimilieren können.

Was wir mit kulturellen Artefakten anfangen können, ist also Mode, Schmuck, Karneval und Kaschperletheater. Symbole sind für uns beliebige Grafiken mit einer beliebigen Bedeutungszuordnung - bei Indigenen ist eine Grafik mit einer Energie verbunden, Grafik, Energie, Laut und Bedeutung sind nicht zufällig, sondern schwingen magisch synchron, wobei diese Synchronizität zwischen den Elementen die magische Kraft erzeugt. Wie bei einer Musik, wenn alles im Takt spielt, hat die Musik Power - wenn der Takt auseinanderfällt, hat die "Musik" null Kraft mehr.
Diese energetisch- magisch wirksamen Zeichen werden auf bestimmte energetisch zugeordneten Körperregionen getragen - und synchron verbunden mit zeitlich-kosmischen Energien, Jahreszeitfesten, führen Rituale zu bestimmten spirituellem Erleben. Da wirken also Grafik, Laut, Lebensenergie, Raum und Zeit und Rhythmus synchron miteinander, was dann zu einem magischen Erleben führt - und da fällt eben nicht alles zu einer Beliebigkeit auseinander, wie es bei uns mit der Definition eines Symbols in der Logik deutlich wird.

Es übersteigt auch das, was wir dann in der Kunst mit Ästhetik zu erspüren versuchen: diese magische Kraft der Synchronizität zwischen allen Elementen können nur wenige Künstler wahrnehmen. Indigene würden solche kraftlose Schmuck-Ästhetik dann als "Kitsch" wahrnehmen, als einen Versuch, ihre Kultur zu verkitschen.
Dieser Zusammenhang ist für unsere Kultur genauso unverständlich wie das "weiße Eingeborenenmärchen" von elektrischen Wellen, womit Menschen von einem Studio in Köln in unsere Wohnzimmer fliegen und dabei noch an vielen Orten gleichzeitig sein können.

Eine wissende Assimilation auf Augenhöhe wäre gegenseitiger Respekt. Und vor allem würde man nicht wahllos alles Mögliche kopieren, sondern hätte auch einen eigenen Weg vorzuweisen.
Wie es aussieht, KÖNNEN wir aber auf dieser Ebene nichts mehr wirklich assimilieren, weil unser kulturelles Bewußtsein bestimmte Wahrnehmungen ABGESPALTEN hat - und wir dabei so tun, als stünden wir über den Dingen und somit UNWISSENTLICH schönen degradierenden Kitsch produzieren.

Wenn wir aber wissen, dass es sich um DIE UNIVERSELLE KRAFT handelt - und wir künstlerisch versuchen, diese Kraft wieder zu erspüren, finde ich das schon legitim, Anregungen aus anderen Kulturen zu experimentieren, als eine Annäherung an Wurzeln, die womöglich im Ursprung über jede Kultur hinausgehen.

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