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Autor: Betreff: Die Suche nach der Ursprache
Forumsinventar
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Idan
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smilies/achtung.gif erstellt am: 25/12/2005 um 22:20  
Die Suche nach dem Anfang
Seit jeher ist es ein Trieb im Menschen, seine Herkunft und Vergangenheit zu ergründen. Die Menschen haben sich schon immer gefragt, woher sie denn kommen, Adoptivkinder wollen immer ihre leiblichen Eltern kennen, Völker ehren ihre Gründerväter, Religionen ihre Stifter, Zivilisationen ihre Ahnen, die meist so weit im Urdunkel der Vergessenheit lebten, dass sie nur noch als Götter verehrt werden.

Genetik
Aus genetischer Sicht mag die Suche nach den eigenen Eltern sehr sinnvoll sein, um Inzest zu verhindern. Nicht immer wachsen Kinder nur bei den eigenen Eltern auf, in vielen Kulturen bilden die Frauen eine Gemeinschaft, die sich als ganzes um die Kinderaufzucht kümmern, so dass oft nicht ganz klar ist, wer die leiblichen Eltern sind. Die Suche nach den eigenen Eltern gibt die eigenen Leben Struktur, aus einer Gemeinschaft entsteht ein System von Linien und Verbindungen. Diese Struktur stellt sicher, dass wir nicht versehentlich mit unseren Geschwistern oder Eltern in inzestuöse Beziehungen treten.

Religion
Die Suche nach dem Uranfang beschäftigt fast alle Religionen. Schöpfungsmythen sind wichtiger Bestandteil der Religion, sie klären die Herkunft der Menschheit, der Welt, des Kosmos. Jede Religion arbeitet dabei ganz eigene Formen aus, wobei in fast allen die Suche nach den eigenen Eltern mit eine Rolle spielt, denn fast immer lässt sich in den Schöpfungsmythen ein männlicher und ein weiblicher Part, ein Urvater und eine Urmutter finden. Sei der Gottvater, der aus der Mutter Erde den Menschen formte, die Ureltern Adam und Eva bei den Juden, Christen und Moslems; der Titan Prometheus, Sohn der Gaia (Erde) und des Uranos (Himmel), der aus der Mutter Erde die Menschen erschuf bei den alten Griechen; der Riese Ymir und die Urkuh (Mutter), von denen die ersten Menschen bei den Germanen abstammen; Abzu und Tiamat bei den Babyloniern, die aus dem Nichts entstanden und alles erschufen – letztendlich ist allen gemeinsam, dass sie unseren Trieb nach der Elternsuche befriedigen.

Nationalismus
Nachdem Napoleon zu Anfang des Jahrhunderts halb Europa erobert hatte und vergeblich zu einigen versuchte, entstand in der Rekonstruktion der alten Länder ein neues Bewusstsein für die staatliche Identität. Es entstanden völlig neue Wissenschaften, darunter die Sprachwissenschaften, die Völkerkunde und die Ethnologie. Man begnügte sich nicht mehr mit dem Studium der lateinischen Texte, der christlichen Religion und der römischen Kultur, man bekam ein völlig neues Bewusstsein für die eigene, vor-christliche und vor-romanische Vergangenheit. Man beschäftigte sich nicht mehr nur mit den heiligen Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch, sondern mit der eigenen Muttersprache und ihren Dialekten. In dieser Zeit sammelten z.B. die Gebrüder Grimm ihre Volksmärchen, studierten die deutschen Dialekte, erstellten ein bis heute unerreichtes Wörterbuch der Deutschen Sprache und man entwarf deutsche Grammatiken.

Verwandte Sprachen
Bereits im 19. Jahrhundert entdeckte man die Verwandtschaft mehrerer Sprachen in Europa. Die jungen Sprachwissenschaftler waren euphorisch, als sie entdeckten, dass das Deutsche und das Englische sehr ähnlich waren, dass es Regelmäßigkeiten in den Unterschieden gab, dass immer dieselben Buchstaben anders waren und sie entdeckten, dass mittelalterliche Texte des Englischen und des Deutschen sich ähnlicher sind als die aktuellen Schriften. Die Idee der gemeinsamen Ursprache war geboren und damit auch die Idee nach einem neuen, gemeinsamen Ursprung.
Die Germanen
Ausgehend von der Entdeckung verwandtschaftlicher Verhältnisse der Sprachen begann die Suche nach der Ursprache und damit auch nach dem Urvolk. Im 19. Jahrhundert waren vor allem die Germanen das Ziel, der deutsche Humanismus hatte eine neue Volksidentität gefunden, mit der alte Mythen wieder belebt werden konnten und gleichzeitig das ungeliebte christliche Erbe abgelegt werden. Das neue Volksempfinden im ausgehenden 19. Jahrhundert fand seine Spitze in der „Arier“-Theorie des Dritten Reiches. Die Arier wurden zum Urvolk gemacht, das allen anderen Völkern überlegen war und als dessen reinste Erben die Deutschen sich sahen.

Kriegsende
Nach dem Krieg waren eine Reihe von Wörtern verpönt, mit denen man den Nationalismus des Dritten Reiches verband, dazu gehörten auch „germanisch“, „Indogermanen“ und vor allem Arier. Man gab den Begriffen neue Namen und kleidete die Theorien politisch korrekter, nun erforschte man die Kelten und Normannen, die keltische und nordische Kultur und suchte nach den Indoeuropäischen Wurzeln. Aber in diesen neuen Kleidern steckte letztendlich nur wieder die Suche nach dem Uranfang der Europäer. Der alte Mythos von der Königstochter „Europa“, die von Zeus aus der Türkei entführt und nach Europa gebracht wurde, genügte schon lange nicht mehr, zu groß war der Wunsch, eine gemeinsame Identität zu schaffen, zumal man sich politisch besser verstand. In der Zeit von Nato, Europäischer Union, UNO und mehr ist der Versuch, eine gemeinsame Heimat, eine Uridentität der indoeuropäischen Kulturen zu finden, politisch wichtiger denn je. Wenn Portugiesen, Deutsche, Irländer, Perser, Iraner, Inder EINEN gemeinsamen Ursprung haben, eine Heimat ihrer Sprache und Kultur, kann man eine neue, gemeinsame Identität über die Ländergrenzen hinweg schaffen, Basis für eine neue Welt ohne Krieg der Völker.

Das Phantom
Nach etwa 150 Jahren der Sprachforschung ließen sich Wörter auf eine Ebene rekonstruieren, die als „indoeuropäisch“ betrachtet wird und auch auf grammatikalischer Ebene hat man ein System von Konjugationen, Grammatiken und Syntaxen erstellt, die man als „indoeuropäische Vorform“ bezeichnet. Wenn man allerdings in die anderen Wissenschaften schaut, so sucht man dort vergebens nach einem gemeinsamen Volk der Indoeuropäer. Die Archäologie hat keine Funde über ein gemeinsames Volk, das Europäer und Inder verbinden könnte, die Geschichtsforschung konnte nichts rekonstruieren, was Aufschluss geben könnte über die Heimat oder auch nur die Existenz des Urvolkes, die Ethnologie konnte genetisch nicht ermitteln, welchen gemeinsamen Ursprung die vielen Nationen und Völker hätten haben können. Der Indoeuropäer bleibt ein Phantom, ein Mythos, so wie Gilgamesch und der Garten Eden. Zwar wissenschaftlich rekonstruiert, aber ohne jeglichen Beweis der Existenz.


Indogermanische Ursprachen?
Die Idee der einen, gemeinsamen Ursprache ist einfach und faszinierend. Jedoch zeigt die Wissenschaftsgeschichte, dass die einfacheren und faszinierenderen Antworten nicht immer die richtigen sind, denn die Rekonstruktion alter Wortformen gibt keinen Aufschluss über die Verwandtschaft einer Sprache. Das Englische hat seinen Wortschatz zu 50% aus dem Französischen entlehnt, alleine nur die Wörter betrachtet könnte man es für einen deutsch-französischen Dialekt halten. Nur durch die Texte mit Syntax und Grammatik wissen wir, dass es eine germanische Sprache ist, die enger am Deutschen liegt und nur durch Lehnwörter mit dem Französischen viel Ähnlichkeit besitzt. Sprachen entwickeln sich nicht von einem Anfang aus kontinuierlich weiter, sie beeinflussen sich gegenseitig, Fremdwörter werden importiert, bestimmte Redewendungen und auch grammatische Phänomene ausgetauscht, es entsteht sprachlicher „Inzest“, der für Verwandtschaften sorgt, wo vorher keine waren.

Die Suche
Das Altitalische, das Slawische, das Germanische, etc. sind alles Rekonstruktionen von Sprachen, die selber nicht überliefert sind, deren Existenz gar nicht gesichert ist. Sie selber sind bereits Phantome der Geschichte. Aus diesen Phantomen werden neue Phantome erzeugt, wie etwa das Indoeuropäisch oder das Uralisch. Einige Sprachwissenschaftler wollen sogar alle eurasischen Sprachen zu einem Nostratisch zusammenfassen. Es ist aber die Rekonstruktion der Rekonstruktion einer Rekonstruktion, dreifach künstlich, dreifach fiktiv, dreifach historisch unbelegt. Die Suche nach einer Ursprache wird den Menschen immer plagen, so wie auch die Suche nach dem Ursprung des Universums, der Erde, der Menschheit und des eigenen Volkes. Letztenendes ist es aber immer die Suche nach einem Selbst, nach der eigenen Identität und dem eigenen Ursprung, der uralte Instinkt, nach den Eltern zu suchen, der sich in diesen Wissenschaften ausdrückt. Vielleicht erreicht man mal ein Ende, vielleicht aber auch nie, denn schon bei der Konstruktion des Germanischen bewegt man sich in einem Bereich der Fiktion, Spekulation und ungesicherter Hypothesen, es wird immer wieder neue Erkenntnisse und neue Ergebnisse, neue Theorien und neue Studien geben. Aber eines wird immer bleiben, die Suche. Und wenn sie ein Ziel gefunden hat, wird der Drang zur Suche im Menschen weiter arbeiten und etwas Neues Suchen, sei es der Garten Eden, der Heilige Gral, Avalon, Atlantis oder Indoeuropäer.


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Beiträge: 4
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Geschlecht: weiblich
red_folder.gif erstellt am: 17/6/2006 um 16:58  
nicht ganz so wissenschaftlich: wenn man davon ausgeht dass die ursprünge der menschheit irgendwo in afrika liegen - was spricht wirklich gegen eine solche ursprache? denn wenn sich alle menschen letztlich in ein land zurückverfolgen lassen (ok das dauert mehr als ein paar tausend jahre) wurde da wo die ersten menschen waren vielleicht wirklcih die gleiche "sprache" gesprochen-nur hat sich das so früh auseinanderdividiert dass das heute nicht mehr annähern rekonstruierbar ist.
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Forumsinventar
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Idan
Beiträge: 390
Registriert: 30/8/2005
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 18/6/2006 um 13:17  
Du setzt voraus, dass die affenähnlichen Vorfahren aller Menschen aus Afrika bereits eine Sprache besaßen, die allen anderen Sprachen als Grundlage diente. Das ist aber wissenschaftlich absolut nicht sicher. Bereits beim Neanderthaler ist man unsicher, inwieweit er zur Kommunikation fähig war, da sein Kehlkopf noch sehrprimitiv gestaltet ist und er wahrscheinlich nur einfache Grunzlaute von sich geben konnte. Einzig beim homo sapiens ist man sich sicher, dass er sprechen kann. Nun sind zwar alle Menschen homo sapiens und irgendwo muss die Entwicklung mal angefangen haben, sodass immer noch alle Menschen einen gemeinsamen Ursprung haben, aberdie Fähigkeit, sprechen zu KÖNNEN und die Tätigkeit, wirklich zu sprechen, sind zwei verschiedene Dinge.

Um es abzukürzen:
Wir wissen nicht, WANN die Sprachen entstanden sind, woher sie kommen und wie sich entwickelt haben. Wir wissen einfach nicht, ob die menschliche Sprache(n) entstanden, bevor oder nachdem die Menschheit sich über die Kontinente verstreute.


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