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Autor: Betreff: Fernando Pessoa „Das höhere Heidentum“
Ipsissimus
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Snowwulf
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smilies/question.gif erstellt am: 24/3/2010 um 16:51  
Fernando Pessoa „Das höhere Heidentum“

Der Text „Das höhere Heidentum“ von Fernando Pessoa beschreibt eine Entwicklung vom ursprünglichen Heidentum zum höheren Heidentum als Bestandteil des Christismus und er reflektiert die Zerstörung des Heidentums und der Mysterien durch das Christentum.

Der Titel des Textes könnte zu der Vermutung führen, dass Pessoa hier ähnlich wie sein Heteronym Ricardo Reis ein Programm des Heidentums beschreiben wollte. Entgegen dieser Annahme tritt jedoch in diesem Werk die Religionskritik in den Mittelpunkt seiner Argumentation. Die Entwicklung des Heidentums hin zu einem höheren Heidentum, wenn man es überhaupt als eine Entwicklung bezeichnen darf, handelt er in wenigen Sätzen ab.

Dabei ist das höhere Heidentum für Pessoa die, wie er es nennt, Verinnerlichung des Heidentums bzw. die Vergeistigung des Hellenismus. „In seinem direkten Ursprung oder in seinem grundlegenden Heidentum ist der Christismus ein Heidentum von drei Dimensionen, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich; und nicht nur die Götter aller Glaubensüberzeugungen anerkennend, sondern auch alle Glaubensüberzeugungen vertiefend. Das ist das höhere Heidentum.“ (S.491)

Das Christentum wird von Pessoa auf drei unterschiedliche Tendenzen im Römischen Imperium zurückgeführt, auf die Verinnerlichung des Heidentums, auf das extra-jüdische Auftreten des jüdischen Monotheismus und auf den kosmopolitischen Einfluss des Römischen Imperiums. „In seinem Wesen ist das Christentum ein esoterisches Heidentum. In seiner Erschlaffung ist das Christentum ein degeneriertes Judentum, in seiner äußeren katholischen Form ist das Christentum ein religiöses Römisches Imperium.“ (S.491)

Das höhere Heidentum hat sich, wie Pessoa feststellt, dem jüdischen Monotheismus angeglichen. Pessoa bemerkt weiter, dass diese Angleichung für das Wesen des Heidentums tödlich sei.

Die Ausrichtung des Christismus wertet Pessoa zwar als richtig, doch die Interpretation dieser Ausrichtung betrachtet er als Irrtum. Das Heidentum lässt er dem entgegen gesetzt in einem positiven Licht stehen. „Das Heidentum ist auf seiner Ebene wahr, …“ (S.493)

Die Symbolik bei Platon, die Renaissance und die Romantik erkennt Pessoa als „Momente der Wiedergeburt“ des erloschenen Heidentums.

In einem weiteren Abschnitt gibt Pessoa als Unterschied zwischen den Göttern und Christus an, dass die Götter real und existent sind, während Christus nicht existent ist, sondern nur symbolisch. „Er ist nur Symbol von sich selbst. Er ist ein Schatten, der aber durch nichts projiziert wurde.“(S.495) Daraus resultiert sich für Pessoa, dass die Götter verstanden werden können, Christus aber nicht einmal von den vollkommenen Göttern verstanden werden kann, also auch nicht von der Menschheit.

Die Christusfigur wird von Pessoa als eine absurde und unvernünftige „Sache“ dargestellt. Die Kritik die Pessoa an der Christusfigur übt, spitzt sich in den extremen Äußerungen und der Kritik an den Religionen des Christentums und des Buddhismus zu. „Das Christentum wie der Buddhismus sind Verbrechen gegen die Menschheit, da sie Verbrechen gegen die göttlichen Gesetze sind.“ (S.496)

Als eigentliches Problem dieser Religionen sieht Pessoa den Versuch das Unoffenbare zu offenbaren. Oder anders Ausgedrückt, verurteilt er den Versuch Mysterien zu erklären, da diese Geheimnisse seien, die ausgesprochen ihren Charakter des Geheimnisses verlieren würden. So kann nach Pessoa das Mysterium Christi auch nicht offenbart werden, da die Offenbarung des Mysteriums ihre Zerstörung bedeuten würde. Pessoa stellt die Behauptung auf, dass dem Menschen die nötige Intelligenz und der nötige Seelenzustand fehlen, um eine derartige Offenbarung verstehen zu können. Daher gilt für Pessoa: „Alle Thesen des Christentums sind menschlich unverständlich.“ (S.498)

Für Pessoa steht der christliche Glaube demzufolge im Widerspruch mit der menschlichen Vernunft.

Er kommt zu dem Schluss, dass nur das Heidentum für die Menschheit real sein kann. Die Rückkehr zum Heidentum oder gar zu einem höheren Heidentum hält Pessoa im Gegensatz zu seinem Heteronym António Mora jedoch nicht für möglich, wie seine Schlussbemerkung erahnen lässt: „Schweigen wir nun zum Undurchschaubaren und Irrationalen. Senken wir erneut den Schleier, den wir nie werden heben können.“ (S.499)

Was haltet Ihr von dieser Theorie?


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Magus
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Spinnenbein
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red_folder.gif erstellt am: 25/3/2010 um 09:15  
Ich empfinde es stets als schwierig und auch unangemessen, alles mit einer Theorie erklären zu wollen. Vom Christentum bis hin zum Entstehen des Buddhismus aus einem Gedanken heraus zu erklären, nun ja.

Allerdings würde ich in mancher Tendenz zustimmen. Auffällig ist ja z. B. dass das Heidentum in zwei Richtungen auflösende Tendenzen zeigt, wenn man es in Ruhe lässt. Einmal der platte sinnlose Aberglaube, der halt überall auf der Welt blüht. Das stößt intelligente Menschen ab und sie suchen bessere Antworten. (Da denke ich jetzt ein bisschen in Richtung Jinismus und Buddhismus, wenn es um große Bewegungen geht).

Andererseits die Neigung zu Intellektualisierung und dann hin zum Monotheismus, hierbei denke ich vor allem an den Hinduismus, gebildete Hindus haben zwar immer noch den polytheistischen Pantheon, sehe aber alle Götter als Inkarnation des einen höchsten Gottes.

Insbesondere das Christentum kann meiner Meinung nach nicht nur philosophisch erklärt werden, weil es eben militärisch unterstütz wurde. Keiner kann sagen, was daraus geworden wäre, wenn die Politik diesen Kitt nicht gebraucht hätte. Mal ganz davon abgesehen, daß es eine große Zahl unterschiedlicher Strömungen gegeben hat und das Christentum heute nur ein Bruchtteil von diesen darstellt. Auch diese anderen sind nur durch Gewalt untergegangen.

Und wenn der Autor nun sagt, Christus habe es nie gegeben, mag sein. Der reale Lehrer aus der Bibel mag ja nur ein Konstrukt aus verschiedenen Personen sein, die Theorie gibt es schon länger. Aber der spirituelle Christus, wieso soll der sogar für Götter unverständlich sein? Ich würde dem Autor dringend Nachhilfe in heidnischen Mythologien empfehlen. Dieser Sohn der göttlichen Mutter, gestorben, wieder zusammengesetzt usw. den gibt es in so vielen vielen Versionen und das schon lange vor dem Christentum.

Also die vorgestellte Theorie ist sicher nachdenkenswert, aber ich könnte nur Teilaspekte bejahen, es ist kein stimmiges rundes Bild.
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