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Autor: Betreff: Wo beginnt "Religion"?
Ipsissimus
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Eliphas Leary
Beiträge: 1439
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red_folder.gif erstellt am: 18/1/2008 um 16:56  
Ein kleines Zitat aus unserem Lieblingsthread:


Zitat von LeonGrace, am 18/1/2008 um 10:41
[..]was macht eine Religion denn überhaupt aus im Vergleich zu Spiritismus, zur Mythologie (denn wenn ich an die griechischen Götter denke, heißt es nie, Religion, sondern immer Mytholgie..), zum Glauben etc. Vielleicht sollten wir damit einmal anfangen. Um letztlich vielleicht zu sehen, und mich umzustimmen ;) dass die Naturreligionen als Religionen bezeichnet werden können. Ich meine damit nicht, dass sie ihren Wert durch eine Nichtbezeichnung einer Religion verlieren. Ich halte Wicca, gerade weil sie sich mit Hexenkult und Natur mehr auseinandersetzt, als zb. das Christentum für viel umfangreicher, wertvoller, ja vielleicht um so lehrreicher, gerade weil es sich um eine 'Naturreligion' handelt.

[..]

Es ist nur das, was ich in den heutigen großen Religionen sehe und bei den meisten kann ich nichts gutheißen. Wie ich schon zu Mond-Kind sagte, ab dem Zeitpunkt an, an dem die Religion zum Gott wird und nicht der Gott zur Religion, ab da an ist es eine klassische Religion unserer Zeit: sie schürt Gewalt, Hass und Rachsucht. Obgleich sie versucht den Menschen Gott (oder dem Göttlichen, sei mal dahingestellt) näher zubringen und Hoffnungen zu geben, verlieren sich die Menschen immer viel zu schnell in fanatischen Dogmen, die von anderen Menschen auch noch angestachelt und ausformuliert werden.

Natürlich ist Wicca eine Glaubensrichtung und eine Lebensart, vielleicht. Wie gesagt, ich kenne mich mit Wicca nicht sooo sonderlich aus, aber ich glaube, dass ich das so einfach sagen kann, ich halte Wicca ja nicht für schlecht, noch will ich es in seiner Wirkungsform herunterspielen oder in seinen 'Richtlinien' als falsch oder weniger richtig beurteilen.

Leon


Da es keine allgemeingültige Definition des Religionsbegriffs gibt stelle ich mal hier die Frage: Was macht eurer Meinung nach eine Religion aus? Was gibt Religion den Menschen, die ihr folgen? Auch die Frage von Leon finde ich da sehr interessant: "was macht eine Religion denn überhaupt aus im Vergleich zu Spiritismus, zur Mythologie (denn wenn ich an die griechischen Götter denke, heißt es nie, Religion, sondern immer Mytholgie..), zum Glauben etc. ?"

Braucht es organisierte Strukturen? Braucht es Götter (vorsicht: Fangfrage!)? Braucht es eine bestimmte Mitgliederzahl, Verbreitung, öffentliche Unterstützung?


[Editiert am 20/1/2008 um 04:57 von Eliphas Leary]



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Ipsissimus
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Idan
Beiträge: 1616
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Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 18/1/2008 um 17:54  
Hier mal das, was ich im Staatsrechtsseminar zum Grundrecht der Religionsfreiheit gelernt habe:

Auf Religion kann sich jederberufen, der einen Glauben an irgendetwas transzendetes (materiell nicht greifbares) hat, was auf die wahrnehmbare Welt wirkt, und dieser Glaube Auswirkungen auf seine Lebensführung hat.


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Kandidat
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wolven ancestry
Beiträge: 39
Registriert: 18/10/2007
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Geschlecht: weiblich
red_folder.gif erstellt am: 18/1/2008 um 20:37  

Zitat:
denn wenn ich an die griechischen Götter denke, heißt es nie, Religion, sondern immer Mytholgie..


Ich denke der Begriff Mythologie wird mit Begriffen Sagenwelt und Märchen gleichgesetzt. Nachdem unsere Gesellschaft größtenteils christlich geprägt ist, hat man die alten Religionen in die Sparte Mythologie bzw. Sagenwelt „verbannt“. Würde man den alten Glauben als Religion bezeichnen, würde es wesentlich an Bedeutung gewinnen, und das wäre mit Sicherheit für die christliche Kultur nicht von Vorteil.


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Adeptus Minor
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LeonGrace
Beiträge: 159
Registriert: 28/12/2007
Status: Offline
red_folder.gif erstellt am: 19/1/2008 um 00:03  
Ich bedanke mich Eliphas :D

Ich freue mich auch hier auf eine spannende Diskussion.
Von mir morgen mehr ;)


Leon


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Adeptus Exemptus
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dSchmetterling
Beiträge: 256
Registriert: 12/10/2005
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red_folder.gif erstellt am: 19/1/2008 um 05:48  
Ich würde sage, Religion beginnt an dem Punkt, an dem man anfängt einer bestimmten Philosophie mit vollem Eifer und Glaube zu folgen, diese zu leben und in der Außenwelt zu vermitteln. Dabei ist es egal welcher, es kann auch eine ganz Eigene sein.


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Verloren in Momenten, die nie existierten.
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Studius
Studius


Beiträge: 26
Registriert: 16/1/2008
Status: Offline
red_folder.gif erstellt am: 19/1/2008 um 10:27  
Hallo Zusammen,

Was macht eurer Meinung nach eine Religion aus?

Wenn jemand an etwas glaubt (Philisophien, Götter, Ideologien, Phänomäne, was auch immer), sein Leben danach ausrichtet und sein Denken und Handeln dahingehend beeinflusst wird, würde ich das als Religion bezeichnen.

Was gibt Religion den Menschen, die ihr folgen?

Ich denke, Religion kann dem Menschen Energie, Kraft, Mut usw. geben um Dinge, Lebensabschnitte, Schicksalsschläge einfacher bewältigen zu können, in gewisser Weise kann jemand durch eine Religion wohl auch Sicherheit bekommen, Anschluß zu Gleichgesinnten.

Beim schreiben fragte ich mich gerade ab wann beginnt bei einer Religion Fanatismus? Ich möchte die einfach mal hier dazu schreiben.

Gruß
Gloom
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Ipsissimus

Hephaestos
Beiträge: 2855
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Status: Offline
red_folder.gif erstellt am: 19/1/2008 um 11:21  
hmmm... da ich ja kein sonderlich religiöser mensch bin, kann ich hier einfach hineinschreiben, was mich von einem religiösen menschen unterscheidet, und was nicht.

ein religiöser mensch kann spirituelle erfahrungen haben, muss er aber nicht. wichtig für den religiösen menschen ist, das er einen GLAUBEN hat, und den gesetzen, die aus diesem glauben folgen, unbedingt versucht zu folgen.

insofern betrachte ich auch natur-religionen oder sowas als religion.

ich, hingegen, habe kaum einen glauben. eher zweifel daran, das das banal-materielle schon alles ist. und ein paar spirituelle erfahrungen, die ich versuche, zu einem weltbild zusammenzufügen. und zu viele bücher im kopf. aber einen echten glauben? wenn der brennende dornbusch vor mir stehen würde, ich würde zweifeln. spiritualität ist die SUCHE nach etwas jenseitigem - glaube ist der gedanke, das jenseitige habe sich schon offenbart.

soweit zu meinem versuch einer definition.

insofern ist wicca, hermetik oder philosophie weiterhin "suche" für mich, nicht "glaube" oder gar religion. vielleicht könnte man die naturwissenschaft als meinen glauben beschreiben, meine religion ists nicht, da es dabei sehr wenig um jenseitiges geht.


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Ipsissimus
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Eliphas Leary
Beiträge: 1439
Registriert: 12/10/2006
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 19/1/2008 um 14:48  
Mmmmh... auf YouTube hat Tannhaus gerade ein zwanzig-minütiges Video über Gnostizismus veröffentlicht (hier der Link). Da es im Gnostizismus nicht um Glauben sondern um Erfahrung geht, nicht darum, eine Wahrheit zu predigen und als absolut zu verkaufen, sondern darum, Anderen die Methoden zu vermitteln, mit denen man seine eigene Wahrheit gefunden hat, damit diese Anderen ihre eigene Wahrheit finden können, kann Gnostizismus also nicht als Religion oder religiös angesehen werden, oder?


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Adeptus Minor
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LeonGrace
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Registriert: 28/12/2007
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red_folder.gif erstellt am: 19/1/2008 um 17:10  
Ich bin gerade etwas.. mh.. 'gehemmt' in meiner Meinung, was ist Religion und was nicht. Sprich ich kanns nicht wirklich erklären. Es ist ein Gefühl, lediglich ein Gefühl, das mich sagen hat lassen, Wicca ist keine Religion.

Ich finde aber Hephaestos' Beitrag sehr interessant.

Hier mal die Definition, die das altbekannte Wiki im Bezug auf Religion bietet:

Zitat:
Religion

Als Religion bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Denken und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. Religiöse Sinngebungssysteme stehen jenseits von naturalistischen Welterklärungen, indem sie sinnlichen Erfahrungen transzendente oder immanente Ursachen zuschreiben.

Die in sehr langen Traditionen entstandenen Welterklärungen und Anleitungen zur Lebensbewältigung werden in der westlichen Welt vor allem aufgrund christlicher Traditionen häufig mit der Kurzformel „Glaube“ zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um die zumeist institutionalisierte und organisierte Annahme einer oder mehrerer persönlicher oder unpersönlicher transzendenter Wesen (z. B. eine Gottheit, Geister) und/oder Prinzipien (z. B. Dao, Dhamma) und/oder andere Vorstellungen, wie Nirvana und Jenseits. Allerdings erfasst dieses Merkmal nicht alle Religionen, da es in einigen Religionen keine oder kaum eine Rolle spielt.

Ein weiteres Problem stellt die Zuschreibung des Attributs Religion an eine Gemeinschaft dar. Einige Religionen beruhen auf philosophischen Systemen, bei anderen ist die politische Orientierung bis hin zur Theokratie oder der spirituelle Aspekt sehr ausgeprägt. Eine klare Abgrenzung ist nicht möglich, Überschneidungen finden sich in nahezu allen Religionen und insbesondere bei der Rezeption durch einzelne Menschen. Sehr viele Religionen weisen jedoch gemeinsame Elemente wie die Kommunikation mit transzendenten Wesen im Rahmen von Heilslehren, Symbolsystemen, Kulten und Ritualen auf.

Keine Definition des Begriffs Religion findet in den verschiedenen Wissenschaften allgemeine Anerkennung. Vielmehr existierten unterschiedliche Religionsdefinitionen nebeneinander.

Die weltweit größten Religionen (auch: Weltreligionen) nach Anhängerzahl sind: Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Shinto, Daoismus, Sikhismus, Judentum, Konfuzianismus und Bahai. Siehe auch Liste der Religionen der Welt.

Mit der wissenschaftlichen Erforschung befassen sich besonders die Religionswissenschaft, die Religionsgeschichte, die Religionssoziologie, die Religionsethnologie, die Religionsphänomenologie und die Religionsphilosophie.


Aber hier etwas, was ich sehr interessant finde:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2b/Welt religionen.png/800px-Weltreligionen.png

Und jetzt wissen wir, warum es soviele Kriege gibt, warum jeder Gläubige von sich behauptet, seine Religion wäre die einzig wahre!

Leon


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Studius
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red_folder.gif erstellt am: 19/1/2008 um 22:03  
Hallo alle,

interessante Frage - das verfolgt der Menschseit sicher seit dem Beginn ihrer Geschichte....

Eine praktische Einwand zu dieser Diskussion: Ich habe mich mal die Frage gestellt ob wir nicht zwischen der Religion/Glaubenssystem an sich - und der Kirche (oder einer ähnlicher Institution falls es um eine andere Religion ausser Christenum handelt), deren äussere Vertretung - Interpretation - trennen sollten.

Oft ist es doch leider so dass die Macht-Vertreter einer Religion dann doch die Macht irgendwie für ihre Zwecke bewusst oder eben unbewusst (kann ja auch sein - ich will hier keinem verurteilen), was auch immer, missbrauchen - so wie zB gewisse Richtungen des Christentums im Mittelalter - und ab dem Moment kann sie doch wohl nicht mehr ein wahrer Repräsentant der echten/ursprünglichen Religion sein.

Das haben wir zu oft in der Geschichte gesehen. Ich denke zB nicht dass alle diese Kriege die im Namen der Religion geführt worden sind, wirklich von einem erhabenen Geiste für die Religion stammt, sondern als ein Deckmantel benutzt wurde um den Taten billigerer Triebkräfte weitere Autorität zu geben - leider oft basierend auf die Ängste der armen Opfer - krass ausgedruckt.

Also man müsste wahrscheinlich zwischen wahrer Religion und deren verschiedenen Interpretationen unterscheiden. Selbst bei Christentum ist es so schwer die Grenze oder den Anfang zu setzen, da es so viele verschiedene Schriften und Interpretationen gibt. Neulich gab es in der deutschen Zeitschrift Stern einen guten Review über die Entstehung der Bibel als Gesamtheistbuch. Das war sehr interessant. Der Hieronymus, der die erste zusammengefasste Version von der Bibel erstellt hatte, hatte sich beschwert dass die verschiedenen Origainalschriften die er hatte, sich so voneinander unterschieden haben - und irgendwann musste er, sowie die Nachfolger dann Schriften auslesen. Und was, wenn sie die richtigen wegsortiert haben - was wenn das heutige Christentum nicht 100% dem entspricht was der Jesus wirklcih meinte.... Dostovjewski hat dies sehr treffend in seinem Werk "Der Grossinquistor" beschrieben... Klar, es gibt alle diese christlichen Forschungsinstituten, aber sie forschen eben und basieren alles auf Wahrscheinlickeiten oder Glauben, den sie dann mit irgendeiner Autorität schaffen zu sagen dass sie den echten Glaubeh haben .. .aber wissen können wir es nie... dafür bräuchten wir doch zB den Jesus als Zeuge...

Bei dem Sternreview gab es was Lustiges zu erfahren: Die Mönche die damals die Bibel kopiert haben, haben es nicht immer aus höchtem Religionsgefühl getan, sondern auch um für ihre Sünden zu büssen. Es gab ein Fall von einem Mönch der so viele Sünden begangen hat, dass man am Ende seines Lebens dann die Zahl seiner Sünden mit der Zahl der kopierten BUCHSTABEN verglichen hat, um zu bestimmen ob er zum Himmel oder zur Hölle gehen sollte- und das Ironische war, er hatte EIN BUCHSTABE mehr kopiert als Sünden begangen, und folglich dürfte er in den Himmel.... damals haben die Leute gedacht dass sie dies aus religösem Glauben gehandelt haben. Wir lachen heute darüber, aber haben wir das recht hierzu? Vielleicht haben sie es wirklcih in ihrer Art aus höchstem "religiösen Glauben" gehandelt....?

Also, um der Diskussion ein bisschen zu strukturieren - vielleicht ist es einfach liberaler wenn man sagt jeder definiert es für sich - schliesslich geht es um die eigenen Gefühle, den eigenen Glauben, den Kontakt mit seinem Höheren selbst - und das kann kein anderer einem anderen erzählen oder für jemanden interpretieren, denke ich - und die ganzen Erscheinungsformen von Religionen die wir gehabt haben und noch haben - sind einfach verschiedene Verpackungen mit verschiedenen Inhalten - und es liegt an jedem was daraus zu machen was man nun braucht davon.

Aber deswegen sagen, man sollte die Institution oder die Kirche abschaffen damit jeder seine Religion für sich definieren kann ist wohl natürlich nicht realisierbar - und wer möchte das eigentlich? Die verschiedenen Gesellschaften und Vertreter der Religionen haben doch auch ihre guten Rollen/Aufgaben - sie sorgen für Gemeinschaft - sie dienen als Vermittler, Interpretatoren, können wertvolle Inspirationen geben - verwalten Traditionen die wertvoll sein können- sowie können wertvolle Hilfe leisten.

Solange es jedem frei überlassen wird hiervon selber auszuwählen, ohne dies diktiert, auf seiner Angst basierend, zu bekommen, oder er seine Meinung auf andere aufzuoktroyiert, so ist es wohl so ok wie es ist - dann ist es eben wie ein grosser, geistiger Supermarket, wo jeder hingehen kann und sich dann das abholen was er braucht. Wie er es dann privat zu Hause verwendet und in seiner Umgebung - das ist dann wiederum seine Sache. Er kann was köstliches daraus machen, oder eben absolute Mist. Aber deswegen sagen dass das Ursprungsprodukt schlecht ist, ist doch auch blöd.

Also, einfach gesagt - um es alles toleranter zu betrachten, sollte man vielleicht zwischen folgenden Dingen trennen:

a) Quelle
b) Interpretor von a) - was er hieraus macht und wie und WARUM er es weitervermittelt
c) Was der Empfänger von b) macht, um a) zu verstehen, und was er dann daraus alles macht, usw.

Falls wir bei der Diskussion über die Religion anhand ihren Objekten diskutieren wollen um zu deren Defintion zu kommen - sprich etwa: soll die Rede überhaupt über einen Gott sein (Buddhismus, taoismus zB haben keine richtigen Götter), oder falls doch lieber einen Gott, wie viele Götter sollen es denn nun sein, was für Götter sollen sie denn darstellen, wozu brauchen wir sie eigentlich?, was für Rituale muss man tun um dann nun mit dem Gott/Göttern gut auszukommen - sie vielleicht sogar austricksen (wenn man eher ein billiges Verhältnis hierzu haben möchte) ?, wie kann man sich gegen ihn wehren falls er ein Rachesüchtiger Gott wäre, wer ist sein Teufel oder Dämon, und was wäre sein Sinn für das Ganze, was definiert er denn eigentlich Gut und Böse, etc (sage ich nun mal so sarkastisch - ich hoffe keiner fühlt sich hierbei beleidigt)- das ist dann doch eine ganz andere Frage. Also, warum man überhaupt die Religion braucht. Warum kommt eigentlich der Atheist ohne Religion klar (falls er damit übehaupt klar kommt Atheist zu sein)?

Natürlich ist dies ebenso, wenn nicht sogar noch mehr, interessant... aber trotzdem geht es eher nur um den Inhalt einer bestimmten Religion - um den gemeinsamen Nenner für alle diese Verpackungen mit den verschiedenen Inhalten der bei den verschiedensten Menschen doch gewisse gemeinsame Gefühle erweckt - und das ist doch ein Wunder.... dieser gemeinsame Nenner - über die Zeitalter und zwischen verschiedenen Kulturen und Orten auf der Erde und vielleicht im Universum usw selber....

In der Ökologie kennen wir doch das es verschiedene Ökosysteme in verschiedenen Teilen der Welt gibt - gegeben von den geo-chemischen-physikalischen Bedingungen - basierend auf den gleichen Naturgesetzen, dennoch haben sie die verschiedensten Ausdrücke bekommen - zB Regenwald versus Antarktis etc - und trotzdem basieren sie sich doch auf ähnliche Dinge, auf ähnliche Fundamente---- warum kann man dann nicht sagen dass die Religionen auch tausend Ausdrücke finden können je nach Ort und Zeit - aber sie basieren sich alle dennoch auf ähnliche Bedürfnisse und Sehnsüchte wo immer ein Mensch existiert....das ist doch wie schon oben gesagt ein Wunder?

Die Gefahr wäre doch eher ob man sein System über alle anderen setzt und sagt "meins ist doch so viel besser".... es kommt doch nicht der Elephant und sagt dem Eisbär, mein Ökosystem ist besser als deines.... friss doch lieber etwas Gras statt diese komischen Seehunde, wie kannst du da auf dem Eis wandern und ins eiskalte Wasser springen? .... für den Elephanten ist sein Ökosystem gut aber natürlich nicht für den armen Eisbären usw.

Die Problematik bei den Religionsdiskusisonen ist dass man immer eine Interpretation von einem Thema über alles andere setzen will - statt nach der Universalität in allem zu suchen - den gemeinsamen Nenner zu finden....

In der Natur ist doch nichts identisch - nicht einmal 2 Schneeflocken sind identisch - dennoch sind sie Schneeflocken- und sie bekriegen sich dennoch nicht wegen irgendwelcher Unterschiede.... aber der Mensch tut es mit zB seiner Religion. Für mich ist dies eher ein Zeichen dafür dass er nicht seine wahre Religion gefunden hat, und darum versucht er womöglich seine Angst und Frustation, seine innere Leere zu verschleiern indem er eben seine begrenzten Auffassungen auf andere aufoktroyiert - damit sie ihm womöglich bestätigen können wie wenig er eigentlich begriffen hat - oh jeh, das war wieder so sarkastisch beschriebn. Ich hoffe, keiner ärgert sich darüber.

Aber ein positives Ding fällt mir noch hierzu ein - das nicht so sarkastisch ist- vielleicht ist es sogar eine zusätzliche Schlüsselfunktion fir die Suche nach dem Sinn einer Religion/Glaubenssystem - es geht nciht darum dass man eine bestimmte Religion hat oder sucht weil man es irgendwie für sich braucht um im Leben klar zu kommen auch wenn dies aus praktischen Gründen nciht ein unwesentlicher Punkt ist - sondern weil man vielleicht einfach seine Dankbarkeit für etwas ausdrücken möchte... für das Dasein... für Alles.... und aus Dankbarkeit einfach etwas hierfür tun zum Wohle aller tun möchte... ich frage mich ob man nicht mit so einer Einstellung näher dem Gott/Göttern etc ist als wenn man sie anbetet aus anderen Gründen....


[Editiert am 20/1/2008 um 00:42 von Sternwanderer]
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Ipsissimus

Hephaestos
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red_folder.gif erstellt am: 20/1/2008 um 08:35  
@leon - aus dem grund, der auch bei wikipedia beschireben ist
Zitat:
"Keine Definition des Begriffs Religion findet in den verschiedenen Wissenschaften allgemeine Anerkennung. Vielmehr existierten unterschiedliche Religionsdefinitionen nebeneinander."


hab ich nur meine meinung zu "was ist religion" beschrieben. religion strickt zu definieren schliesst häufig formen von religiösität aus, weswegen ich versuche, "religion" von anderen begriffen (spiritualität, glaube) zu trennen. glaube als voraussetzung für religion ist, denke ich, wichtig. ohne glauben ist da kaum etwas, was ich religion nennen kann. aber es gibt glauben, auf den keine religion folgt, oder? sonst wäre atheismus (welcher ja vom glauben ausgeht, es gäbe nichts göttliches) eine religion.

ferner getrennt von religion ist "spiritualität". ich mal später mal ein bildchen dazu, so "mengenlehre-mäßig", wie ich das meine. jedenfalls bin ich der meinung, das spiritualität auch getrennt von glauben und religion existieren kann. Zen, beispielsweise.

demnach auch zu sternwanderer: meiner meinung nach sollte man zwischen glauben und kirche trennen. es gibt haufenweise "ungläubige", die aufgrund der tradition immer noch in der kirche sind.

Zitat:
und die ganzen Erscheinungsformen von Religionen die wir gehabt haben und noch haben - sind einfach verschiedene Verpackungen mit verschiedenen Inhalten



ah - und da beginne ich zu zweifeln. mit verschiedenen inhalten? sagen wir, mit unterschiedlichen gewichtungen. sagen wirs einfach: viele religionen bestehen zum einen aus "furcht vor schlechten" im gegensatz zu einem "erstrebenswerten guten". ein aspekt des guten wäre "nächstenliebe" (und 30 weitere), ein spezieller aspekt des "schlechten" wäre "lügen" (und 30 weitere). wie das verpackt ist, und wieviel von dem ganzen zeug in der eigenen glaubens-pralinenpackung drin ist, ist vielleicht unterschiedlich. aber ich persönlich denke, es gibt bestimmt etwas, DAS drin ist. und, in gewisser weise, sind alle diese dinge auch nur "das eine", "das tao" oder sowas. alle götter sind ein gott, sie MaZiBra. alle Pralinen sind nur formen der einen, Idealen Praline, sozusagen.

ähnlich wie bspw alle meine gedanken ja auch alle (hoffe ich) aus meinem gehirn kommen, obwohl ich fähig bin, verschiedene gedanken zu haben.


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Kandidat
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red_folder.gif erstellt am: 21/1/2008 um 00:09  
Ah, interessantes Thema.

Hat nicht im Grunde jeder seine eigene Religion? 2 völlig übereinstimmende Weltanschauungen wird man, meiner Meinung nach, nicht finden.

Wicca ist für mich eine Religion. Genauso wie die namenlose Pagan-Tradition der meine Oma folgte und die ich auch noch etwas lebe. Es doch letztlich ist alles Religion, was jemanden dazu bringt, sich ernsthaft mit dem Spirituellen, dem Höheren, dem Verborgenen auseinander zu setzen.


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